Yucatán Halbinsel Mexiko – Mietwagen ja oder nein?

Unterwegs mit dem Mietwagen auf der Halbinsel Yucatán

(Unbezahlte Werbung) Nachdem für mich feststand das es nach Mexiko – genauer gesagt auf die Halbinsel Yucatán geht, habe ich mir überlegt, wie ich dort am besten von A nach B komme. Neben günstigen Überlandbussen, die aber teilweise nur sehr selten fahren, zog ich auch einen Mietwagen in Betracht. Sucht man dazu aber Informationen im Internet wird man auf der einen Seite von „alles kein Problem“ bis hin zu „bloß nicht“ mit Erfahrungen überrollt.

Ich war also ziemlich hin und her gerissen. Letztlich habe ich mich für einen Mietwagen entschieden und das auch keine Sekunde bereut. Auch wenn die Fahrweise gewöhnungsbedürftig ist und sicher nicht immer ganz ungefährlich, so ist es doch am einfachsten von einem Ort zum nächsten Ort zu kommen.

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Seriösen Autovermieter finden

Ich hatte meinen Mietwagen über Almo und war sehr zufrieden. Mein Auto war ziemlich neu mit 1.000 km und in einem sehr guten Zustand. Zusätzlich schloss ich noch eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung ab, um im Schadensfall optimal versichert zu sein. Ich würde dir empfehlen entweder zu einem bekannten Autovermieter zu gehen oder aber dich ausreichend über den Anbieter im Internet zu informieren.

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Nach etwas Suche im Internet habe ich viele Erfahrungen und Meinungen gelesen, welche mich auch teilweise verunsichert haben.

Vorurteile und eigene Erfahrungen

„Die Polizei ist dein größter Feind“

Korruption ist in Mexiko sicherlich ein großes Thema, das du nicht unterschätzen darfst. Korrupte Polizisten gibt es an jeder Ecke und mit denen legst du dich besser auch nicht an. Wenn du aber ein paar Regeln beachtest, ist es halb so schlimm.

Polizeikontrollen gibt es überall, dazu werden auch gerne Gummimatten und Hütchen aufgestellt. Besonders vom Flughafen Cancún auf der Avenue 307 Richtung Playa del Carmen und Tulum sind viele Polizisten auf der Lauer nach „reichen“ Touristen. Wenn du in eine Polizeikontrolle gerätst, nimm deine Sonnenbrille ab, sei freundlich und sage am besten gleich dazu, dass du kein Amerikaner bist. Die mögen sie nämlich nicht und du hast schon mal einen Pluspunkt. Wenig spanisch oder die ganze Zeit auf Deutsch zu antworten soll auch helfen zügig weiter zu kommen, kann aber auch schief gehen.

In deinem Geldbeutel solltest du möglichst wenig Geld haben, den Rest verstaust du besser in anderen Taschen und wenn möglich nicht alles an einem Ort. Denn wie viel eine Straftat kostet, legt die Polizei fest, sieht sie du hast nicht viel dabei, kommst du günstiger weg. Auch die jeweilige Straftat legt die Polizei fest, ob du das wirklich gemacht hast, oder nicht, spielt keine Rolle. Diskutieren solltest du natürlich unbedingt vermeiden, genauso wie deinen deutschen Führerschein aus der Hand zu geben. Ein internationaler Führerschein ist da ganz praktisch. Diesen bekommst du in Deutschland bei deinem zuständigen Ordnungsamt für ca. 16 Euro.

Überfälle und Straßensperren

Aufgrund von Bodenwellen und tiefen Schlaglöchern empfehle ich dir, lieber bei Tageslicht unterwegs zu sein. Brennende Straßensperren und Überfälle sind auf der Halbinsel Yucatán eher die Seltenheit. Trotzdem würde ich nicht unbedingt mitten in der Nacht durchs Nirgendwo fahren. Tagsüber habe ich mich aber nie unsicher gefühlt, egal ob ich durch Dörfer, Städte oder den Dschungel gefahren bin. Trotzdem schadet eine gewisse Vorsicht nicht.

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Verkehrschaos

Nun, das stimmt leider. Mexikaner sind nicht verpflichtet eine Fahrschule zu besuchen und es gibt auch erst seit 2015 die Pflicht eine Fahrprüfung abzulegen. Somit gibt es zwar Regeln, die aber meist doch nur als Empfehlung angesehen werden. Ampeln liegen immer auf der gegenüberliegenden Straßenseite, rechts vor links kennt man nicht, sondern wer zuerst da ist, fährt zuerst, wenn die Kreuzung frei ist, fährt man auch bei Rot und wieso in zwei Spuren einordnen, wenn man auch zu 6 um die Kurve fahren kann? So mit entsteht natürlich ein bisschen Chaos, gerade in größeren Städten. Ich empfehle dir daher, dass du dir das Verkehrsgeschehen erst mal von außen ansiehst und dann entscheidest, ob du es dir zutraust. Ich hatte anfangs etwas Panik, aber letztlich hat alles gut geklappt und das Autofahren hat mir mehr Spaß als daheim gemacht. Auf den Highways ist es eher leer, Chaos gibt es nur in den Ortschaften und Städten.

Überall Bodenwellen und Geschwindigkeitsbegrenzungen

Die gibt es wirklich ständig, was mehr als nervig, aber dennoch sinnvoll ist. Vor jedem Ort und innerhalb der Orte kommen ca. alle 50 Meter hohe Bodenwellen, über die du wirklich nur rollen darfst, da dir ansonsten die Achse bricht. Vermutlich ist das die einzige Lösung, damit die Mexikaner sich an die Geschwindigkeit halten. Auf den Highways, die ewig geradeaus gehen, gibt es ein Tempolimit von 110, was manchmal wirklich schwierig einzuhalten ist, da es schnell langweilig wird. Wenn du siehst, dass hinter dir ein Auto schneller ist, fährst du zur Hälfte auf der Standspur, damit auch bei Gegenverkehr überholt werden kann. In Mexiko wird Rücksicht genommen auf den anderen und man ist nicht beleidigt, wenn man überholt wird. Davon kann Deutschland noch etwas lernen.

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„Bei einem Unfall mit Verletzten musst du ins Gefängnis“

Auch hier wurde ich immer wieder gewarnt, in Mexiko gibt es niemanden, der noch nie einen Unfall hatte und sobald es Verletzte gibt, müssen alle Beteiligten ins Gefängnis, bis die Schuldfrage geklärt ist. Zugegeben auf einen Aufenthalt im mexikanischen Gefängnis bin ich nicht scharf, allerdings ist den wenigsten wohl bekannt, dass es dies auch schon in Italien vorgekommen ist. Über dieses Risiko musst du dir im Klaren sein. Ich habe zwar viele Unfälle gesehen, die aber immer glimpflich ausgingen. Ob du das Risiko in Kauf nimmst, musst du selbst entscheiden.

Fazit

Grundsätzlich kann ich dir empfehlen, die Halbinsel Yucatán mit dem Auto zu erkunden. Du bist sehr flexibel, kannst vor den Reisebussen an den Sehenswürdigkeiten sein, kannst anhalten wo und wie lange du möchtest und siehst so Land und Leute. Bei mir hat alles gut geklappt, ich kam weder in eine Polizeikontrolle, noch hatte ich Probleme beim Fahren.

In Valladolid habe ich am Hauptplatz geparkt, woraufhin gleich ein Polizist angestürmt kam. Dieser war aber so lieb zu mir, hat viel gelacht und mir erklärt, dass ich zwar hier nicht parken darf, aber es ein paar Straßen weiter kostenlose Parkplätze gibt. Ich hatte also keinerlei negative Erlebnisse und war froh, es gemacht zu haben.

Hast du noch mehr Tipps für Autofahren in Mexiko? Lass gerne deine Meinung oder Erfahrung hier.

Mehr zu Mexiko findest du hier.

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