Scheitern – warum es manchmal dazu gehört!

Neue Wege gehen und warum scheitern manchmal dazu gehört!

Manche Dinge musst du eben öfters machen. Ich betrat also langsam das Zimmer meines Chefs, dieses Gefühl der Angst kam wieder hoch und dann sagt ich es einfach – „ich kündige meinen Arbeitsplatz!“.  So begann Versuch Nummer Drei!

Was du aus meiner Geschichte mitnehmen kannst und warum scheitern nicht schlimm ist…

scheitern - neue Wege gehen, Brücke Wald

Manchmal müssen wir Sachen  öfters tun und daraus lernen.

Angefangen hat eigenlich alles schon während meiner Ausbildung. Wirklich happy war ich mit meinem Job nie, aber da hatte ich wenigstens noch die Abwechslung zwischen Schule und Job. Nach einer gewissen Zeit wurde es also erträglich und es „machten ja alle so“.

Nach der Ausbildung kam dann der Start ins richtige Berufsleben. Ich hatte tolle Kollegen, die Bezahlung passte und ich hatte einige Freiheiten bezüglich meiner Arbeitszeiten und „sogar“ 30 Tage Urlaub. Also alles toll und eigentlich hätte ich wohl glücklich sein müssen. Ich war es aber nicht. Ich hörte immer nur „Nadja  – was willst du eigentlich?“. Was ich wirklich wollte, dass wusste ich selbst nicht.

Versuch Nr. 1 – eine andere Ausbildung

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich also nicht was ich machen sollte und beschloss, mein Fachabitur noch zu machen. Nette Idee – blöder Plan. Das Geld reichte mir kaum, ich wusste nicht wofür ich es machen sollte oder geschweige denn, was ich danach machen will. Also brach ich im Februar 2014 die Schule – trotz ganz guter Leistungen wieder ab. Die Kritiker waren nun ganz begeistert, meinten sie doch von Anfang an, dass die Idee doof ist und ich einfach brav weiter arbeiten sollte, „eben wie jeder normale Mensch“

Warum es nicht geklappt hat ist mir mittlerweile klar – ich hatte weder ein Ziel noch die geringste Ahnung, weshalb ich mich „so einschränkte“. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die Motivation ging. 

Learning Nr. 1 – setze dir klare Ziele und sehe dann wie du sie erreichen kannst!

Arbeitsplatz Nr. 2 – schlimmer geht immer!

Mitte des Jahres begann ich dann wieder als Immobilienkauffrau zu arbeiten. Da ich mit dementsprechender Motivation an die Sache ging, erwischte es mich mit dem Unternehmen gleich ziemlich übel. Diesmal lag es zwar nicht an mir, sondern am Arbeitsumfeld, aber dass half mir in diesem Augenblick leider auch nicht weiter. Ich empfand es als reinsten Horror, ich hatte kaum etwas zu tun und fühlte mich einfach nur gefangen und eingesperrt. Rückwirkend würde ich aber auch sagen, dass ich durch meine Einstellung alles noch verschlimmert habe. Ich hatte morgens Bauchschmerzen und Kopfschmerzen, sobald ich die Arbeit verlassen durfte, wurden die körperlichen Symptome sofort besser. An Sonntagabende war ich entweder kaum ansprechbar, weil ich so schlecht gelaunt war oder ich habe geheult und gejammert.

Mit dem Thema Digitale Nomaden habe ich mich zu der Zeit zwar ab und zu beschäfigt, aber so wirklich einen Plan hatte ich nicht, ich wusste nur, dass es so nicht weiter gehen kann.

Versuch Nr. 2 – einfach mal abwarten…

Im Dezember kündigte ich dann und konnte mit Resturlaubstagen das Unternehmen endlich Anfang März verlassen.

scheitern Kündigung Arbeitsverhältnis

Ich dachte mir damals „so jetzt lebe ich mein Leben nach meinen Regeln“ und ging erst mal für 6 Wochen nach Spanien. Dort habe ich dann in einem Tierheim gearbeitet und wollte noch nebenbei an meinem Online Business feilen und freelancen.

Sechs Wochen später flog ich zurück, schön gebräunt und glücklich aber Online hatte ich nichts erreicht. Ich dachte aber „ach egal, es wird schon alles“. Nur, dass wenn man eben nichts tut, gar nichts passiert.

Nach ein paar sehr schwierigen Monaten mit Wohnungssuche, etc. wollte ich einfach nur wieder ganz normal arbeiten. Ich wünschte mir aufeinmal diese Sicherheit zurück, vorbei meine Freude fürs Reisen. Zu der Zeit brach unter mir einfach alles zusammen, ich fühlte mich nicht mehr wohl in Deutschland und doch hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine andere Möglichkeit gesehen.

Auch hier ist mir im mittlerweile klar, woran ich scheiterte. Ich wusste nämlich wieder nicht genau, was ich jetzt machen möchte und wartete vergeblich auf eine „Eingebung“.

Learning Nr. 2: Du musst schon auch etwas tun, für dein vorher festgelegtes Ziel, erst dann kommen dir Ideen, Einfälle und „Eingebungen“, die dich da hin bringen, wo du sein möchtest. Einfach nur warten und im Park spazieren, so wie ich es gemacht haben, helfen dir da leider nicht weiter.

Arbeitsplatz Nr. 3. – die Flucht in die Sicherheit

Nach der ersten Bewerbung, hatte ich auch wieder einen Job. Ich wusste schon beim Gespräch, dass ich diesen Job genauso doof finden würde, wie die vorherigen also dachte ich mir „toll, genau wieder das was du nicht willst, aber so muss das wohl sein.“

Alle Seiten redeten natürlich auch wieder auf mich ein, dass das eben einfach so ist, ich es gut habe, da sich viele meinen Job wünschen würden und da jeder durch muss.

Ich saß nun also wieder brav am Schreibtisch, die Kollegen waren okay, doch zum ersten Mal hatte ich keine flexiblen Arbeitszeiten mehr, was ich so von früher auch nicht wirklich kannte. Das Gefühl des „eingesperrt sein“ wurde nun von Tag zu Tag also noch schlimmer. Ich saß immer wieder am Schreibtisch, sah zum Fenster raus und beneidete die Eichhörnchen am Baum. Sie konnten da hin, wo auch immer sie wollten (naja oder zumindest auf welchen Baum sie wollten) – ich durfte nicht mal raus um frische Luft zu schnappen. Ich wusste das ist nicht mein Leben, denn da könnte ich mich auch direkt ins Grab legen. Für viele Menschen ist dies sicherlich die Erfüllung, ein gut bezahlter sicherer Job – aber eben nicht für mich.

Versuch Nr. 3 – Kündigung mit Plan

Ich entschloss mich also dazu wieder zu kündigen – diesmal aber mit einem guten Plan und einem Ziel.
Ich arbeitete nun nebenbei schon an meinem Traum, brachte mir die ersten Online-Skills bei und fing an mir die ersten Kunden zu suchen. Sobald absehbar war, dass ich davon leben kann, reichte ich die kündigung ein.
Das hört sich jetzt leichter an – als es tatsächlich war – hier findest du mehr dazu.

scheitern letzter Arbeitstag

Heute lebe ich genau das Leben, dass ich mir letzten Jahre so sehr gewünscht hatte. Ich verlasse mich immer mehr auf mein Bauchgefühl und tue was mein Herz mir sagt. Die Meinung von anderen akzeptiere ich zwar, aber ich betrachte sie mit einigem Abstand.

Diesmal hatte ich ein Ziel und einen konkreten Plan, wie ich dieses Ziel erreichen werde. Ich wollte kein weiteres Mal scheitern und arbeitete hart an meinem Ziel, hatte in den letzten Wochen meines Angestelltenjobs, auch viele 70 Stunden Wochen, machte meinen Immobilienfachwirt noch fertig (einfach aus Prinzip), hatte wenig Zeit für Familie und Freunde, doch ich wusste immer WOFÜR. Mein Umfeld weihte ich diesmal erst ziemlich „zum Schluss“ein, was auch eine sehr gute Entscheidung war 😉 

Learning Nr. 3: finde dein WOFÜR und dann tu etwas dafür!  Lass dich nicht von negativen Glaubenssätzen anderer Menschen beeinflussen!

Du kannst daraus mitnehmen, dass selbst wenn du scheiterst, du nicht aufgeben musst. Ich habe letztes Jahr wieder bei Null angefangen, jeder dachte „na die erholt sich so schnell nicht mehr!“ Und siehe da – ich habe es wieder geschafft. Du musst es nur wollen und das tun, was sich für DICH richtig anfühlt. Aus den ersten Versuchen, konnte ich viele Schlüsse ziehen und rückwirkend gesehen, waren es kein Fehler sondern sehr lehrreiche Erfahrung, ohne die ich heute nicht da wäre, wo ich jetzt bin.

Scheitern ist nicht schlimm – Aufgeben schon!

Wie sind deine Erfahrungen dazu? Lass gerne einen Kommentar da!

Alles liebe Nadja

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